Rettungswagen Modulkoffer

Rettungswagen Modulkoffer

Rund 80 Prozent ihrer Einsätze leistet die Berliner Feuerwehr in der Notfallrettung. Dazu gehört die Versorgung und Betreuung von verletzten oder akut erkrankten Menschen. Für den Notfallrettungsdienst werden von den Einsatzkräften nicht nur umfangreiche notfallmedizinische Kenntnisse gefordert, sondern ebenso menschliches Einfühlungsvermögen und ein professioneller Umgang mit Menschen in Not. Diese Einsätze werden durch Rettungswagenbesatzungen (Der Trupp: Fahrzeugführer/Rettungsdienstverantwortlicher gemäß Rettungsdienstgesetz, Maschinist/Rettungssanitäter und evtl. ein dritter Feuerwehrmann) geleistet. [1]

Als Rettungswagen (RTW) werden bei der Berliner Feuerwehr Serienfahrgestelle mit sogenannten „Modulkoffer“-Aufbauten verwendet. Modulkoffer bieten viel Platz und erlauben eine gute Versorgung von Notfallpatienten. Weiterhin bieten sie die Möglichkeit, Geräte auch durch von außen zugängliche Fächer zu entnehmen.
Zum Transport von Patienten steht neben einer Krankentrage mit Fahrgestell ein Tragestuhl zur Verfügung.
Material und medizinisches Gerät für die für die Patientenversorgung außerhalb des RTW (z. B. in der Wohnung) ist in einem Notfallrucksack untergebracht. Auch steht für die in Berlin eingeführte Frühdefibrillation ein Defibrillator zur Verfügung. Im Gegensatz zu anderen Rettungsdiensten führen die RTW der Berliner Feuerwehr keine Medikamente mit. Die Verfügbarkeit von Notärzten ist so hoch, dass sich kaum die Möglichkeit einer Medikamentengabe bietet. Die RTW-Besatzungen sind gehalten, sich zunächst um Basismaßnahmen und eine umfassende Anamnese zu kümmern.[2]

Bei der FF Rudow (RTW 5210/2) machten die RTW-Alarme in der letzten Zeit des aktiven RTW-Dienstes rund sechzig Prozent aller Alarmierungen (ca. 75 mal pro Monat) aus. Diese Alarme wurden ausschließlich von den ehrenamtlichen Kräften der FF Rudow geleistet.
Der RTW 5210/1 wurde in dieser Zeit von Kollegen der Berufsfeuerwehr, Feuerwache Buckow besetzt und  rund 270 mal im Monat alarmiert.

Seit Oktober 2016 gilt ein verändertes Rettungsdienstgesetz im Land Berlin, das letztendlich hauptberuflich ausgebildete Kräfte (Notfallsanitäter) auf einem (Notfall-)Rettungswagen verlangt. Die bisher eingesetzten Rettungssanitäter mit langer Einsatzerfahrung durften schlagartig nicht mehr in der eigenverantwortlichen Führung eines Notfallrettungswagens („C-RTW“) eingesetzt werden.
Die Alternative, einen so genannten Notfalltransportwagen oder „B-RTW“ zu besetzen, war aufgrund des Einsatzspektrums (Bauchschmerzen, Verknackster Knöchel, etc.) nicht akzeptabel.
Zudem wurde seit Dezember 2016 an der „Spinne“ Ecke Alt-Rudow die Abwasserdruckleitungen erneuert. In diesem Zuge wurde die Zufahrt zur Feuerwache Rudow mehrfach vollständig gesperrt oder so verwehrt, dass die eintretenden Verzögerungen, beim Anmarsch nach einer Alarmierung der FF Rudow, einen Einsatz des RTW 5210/2 unsinnig machten. Der RTW 5210/2 wurde nur noch besetzt, wenn gerade Kameraden auf der Wache waren.

Trotz aller Widrigkeiten erreichte die Alarmzahl im Dezember ein Allzeithoch von sagenhaften 126 Alarmierungen, für den RTW 5210/2.

In der Konsequenz entschied sich die FF Rudow im Juli 2017 mehrheitlich knapp dafür, den Rettungswagen abzugeben und Notfall-Alarmierungen zukünftig mit einem so genannten Firstresponder-(Ersthelfer-)Fahrzeug zu bewältigen.

df 11.2017

[1] nach: Berliner Feuerwehr, Das Einsatzspektrum, Zugriff: 19.08.2014, 20:35 Uhr
[2] nach: Berliner Feuerwehr, Rettungswagen, Zugriff: 19.08.2014, 20:40 Uhr

Technische Rahmendaten des Fahrzeugs
Amtliches Kennzeichen:B-2539
Hersteller Fahrgestell / Baujahr:Daimler / 2010
Fahrgestell-Typ:Sprinter
Hubraum / Leistung:2143 cm³ / 120 kW (ca. 163 PS) bei 3.800 U/min
Hersteller Aufbau:Fahrtec Systeme GmbH
Mobile Krankentransportsysteme:Krankentrage mit Fahrgestell
Krankentragestuhl
Schaufeltrage
Ausrüstung (Auszug):Automatisierter Externer Defibrillator,
Rettungsrucksack mit Material zur Beatmung, Wund- und Frakturversorgung sowie Vitalwertdiagnostik,
Sauerstoff-Inhalationsgerät, Absaugpumpe,
Vakuummatratze, Vakuumschienen
Indienststellung bei der
Berliner Feuerwehr:
2010
Indienststellung bei der
FF Rudow:
seit Februar 2013, als RTW 5210/2